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Sandra Techet

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Suttner Journal Februar 2011:

Ein Studium mit Blick auf das Schwäbische Meer:

Interview mit Sandra Techet

Die ehemalige BvS-Schülerin Sandra Techet studiert Jura an der Universität Konstanz. Mit mittlerweile fast 9 Semestern Erfahrung hat sie schon einiges über das Leben nach dem Abitur zu erzählen. Das Redaktionsteam des Fördervereins hat sie daher einer eingehenden Befragung unterzogen...

FöV: Wann haben Sie am BvS Abitur gemacht und mit welchen Leistungskursfächern und Lehrern?

ST:Das Abitur habe ich 2006 gemacht. Als Leistungskurse hatte ich Deutsch bei Herrn Metschel sowie Wirtschaft und Recht bei Herrn Krebs.

FöV: Was genau studieren Sie an der Universität Konstanz? Was gefällt Ihnen an Ihrem Studiengang besonders?

ST: Ich studiere Rechtswissenschaft. Das Schöne an dem Studiengang ist die geringe Verschulung. Im Gegensatz zu vielen anderen Studiengängen gibt es keine Anwesenheitspflichten oder Ähnliches. Daher ist das Maß an Eigenverantwortung recht hoch.

Sie strebt eine Laufbahn im juristischen Staatsdienst an:
Sandra Techet, ehemalige Schülerin
am Bertha-von-Suttner-Gymnasium

FöV: Im wievielten Semester studieren Sie gerade?

ST: Das Wintersemester 2010/2011 ist jetzt mein neuntes Semester.

FöV: In welche Berufssparte soll Ihr Studium einmal münden?

ST: Wenn ich mir etwas aussuchen könnte, wäre das eine Stelle bei der Staatsanwaltschaft. Dieses Ziel verfolge ich schon seit Schulzeiten.
Auf jeden Fall möchte ich in den juristischen Staatsdienst.

FöV: Wie erging es Ihnen bei der Umstellung vom Gymnasium zur Universität?

ST: Wie gesagt bietet Jura insbesondere am Anfang sehr viele Freiheiten. Mit dieser Umstellung haben wohl die meisten zu kämpfen, da plötzlich die doch recht strenge Kontrolle seitens der Schule fehlt. Während des Semesters gibt es keine Leistungskontrollen, die Teilnahme an den Veranstaltungen ist freiwillig und die Klausuren am Ende des Semesters sind ebenfalls nicht zwingend zu schreiben.
Daran habe ich mich jedoch schnell gewöhnt; ich empfand dies alles auch nicht als unangenehm, sondern kam schnell damit zurecht. Auch die Tatsache, dass ich mich hier um alles selbst kümmern musste und nicht - wie an der Schule - jede Information serviert bekam, hatte ich so erwartet.
Insgesamt finde ich, dass das BvS eine gute Vorbereitung bietet, allerdings könnte die Eigenverantwortung der Schüler etwas mehr gefördert werden. Kommilitonen, die an anderen Schulen das Abitur gemacht haben, hatten auch nicht mehr oder weniger Probleme bei der Umstellung. Fachlich hat mir insbesondere der Leistungskurs Wirtschaft und Recht in den ersten Semestern den einen oder anderen Vorteil gebracht.

FöV: Was hat Sie dazu bewoben, an der Universität Konstanz zu studieren?

ST: Die Entscheidung für die Universität Konstanz war für mich ein ganz spontaner Entschluss, zunächst war ich an der Universität Augsburg eingeschrieben. Die Entscheidung fiel auch nicht für die Universität an sich, sondern eher für die Stadt. Nach dem Abitur schaute ich mir alle Universitäten an denen ich mich beworben hatte, und die zugehörigen Städte an. Konstanz hat mir am besten gefallen.

FöV: War es schwer, an einer so renommierten Universität einen Studienplatz zu bekommen? Konstanz gehört ja zu den Universitäten, die im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes erfolgreich waren.

ST: Schwer war es nicht unbedingt, das Verfahren ist nicht langwieriger als an anderen Universitäten auch. Ein bisschen Geduld musste ich aber schon aufbringen.

FöV: Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Universität? Weshalb können Sie diese den zukünftigen Studenten empfehlen?

ST: Bei der Universität Konstanz handelt es sich um eine eher kleine Universität. Da sie zudem eine Campus-Universität ist, sind die Wege kurz und die Gefahr, sich zu verlaufen, ist geringer als an anderen Universitäten.

Klein, aber renommiert und fein:
die Universität Konstanz

Was mir auch sehr wichtig war, ist, dass die Universität sich außerhalb der Stadt befindet. Dieser Umstand beschert uns hier in Konstanz von der Mensa und sogar von einem Hörsaal aus einen Blick auf den Bodensee.
Besonders überzeugt hat mich die Bibliothek. Spätestens nach der ersten Hausarbeit wurde mir klar, welch unschätzbar große Vorteile eine Bibliothek bringt, die rund um die Uhr und auch am Wochenende geöffnet hat. Auch ist der Bestand mit etwa 2 Mio. Bänden für eine so kleine Universität recht groß. Auch die Schließung der Bibliothek (Anmerkung der Redaktion: Die Bibliothek ist derzeit wegen Asbestbelastung geschlossen.) hat daran nichts geändert. Natürlich ist es ärgerlich, dass sie mitten in meiner Vorbereitung auf das mündliche Staatsexamen geschlossen wurde, aber seitens der Universität wurde vieles unterneommen, um die Einschränkungen gering zu halten. Literatur gibt es derzeit zum Lernen auf unmittelbar bevorstehende Prüfungen an den Lehrstuhlbibliotheken und für alle Examenskandidaten am Landgericht. Zudem wurden uns Heimzugänge für juristische Datenbanken eingerichtet und das Angebot für online verfügbare Literatur ausgebaut.
Außerdem können wir Literatur mittels Fernleihe von anderen Bibliotheken bekommen.
Gearbeitet habe ich schon immer bevorzugt zu Hause, weshalb ich mit der Situation alles in allem gut leben kann.
Empfehlenswert ist die Universität aus meiner Sicht deshalb, weil die Prüfungsordnung doch strenger als an anderen süddeutschen Universitäten ist. Um z. B. die Zwischenprüfung erfolgreich abzulegen, muss eine gewisse Anzahl an Klausuren bestanden werden. Erst empfand ich dies als Nachteil, aber mittlerweile bin ich doch froh, zumindest ab und an zum Lernen motiviert zu sein. Das ist aber Geschmackssache.

FöV: Nochmals einen Schwenk in die Vergangenheit: Wie sind Ihre Erinnerungen an das BvS?

ST: Die neun Jahre BvS waren insgesamt sehr lehrreiche und zugleich schöne Jahre. Insbesondere die Kursphase der Kollegstufe hat mir viel Spaß gemacht, da ich - innerhalb der vorgegebenen Grenzen - meine Kurse nach Interesse zusammenstellen konnte.
Sehr gut fand ich auch einige der Zusatzveranstaltungen, die außerhalb des Lehrplans angeboten wurden. An ein Rhetorik-Seminar kann ich mich in diesem Zusammenhang noch sehr gut erinnern, da ich bis heute davon profitiere.

FöV: Welchen Rat würden Sie - zurückblickend - den heutigen BvS-Schülern geben?

ST: Da meine eigene Schulzeit erst vor gut vier Jahren endete, ist das schwer zu sagen.
Die Schule bietet zahlreiche Möglichkeiten, seine eigenen Interessen herauszufinden und sich entsprechend zu betätigen. Mittlerweile bereue ich, dies nicht genutzt zu haben, obwohl das mit wenig Zeitaufwand verbunden gewesen wäre. Dies würde ich rückblickend sicher anders machen.
Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Schulzeit die Zeit ist, in der die meisten Freiräume zur Verfügung stehen. Dies  würde ich im Nachhinein mehr und sinnvoller nutzen.

FöV: Liebe Frau Techet, wir bedanken uns herzlich für das Interview.

Interview geführt von: Karin Theimer, Heidi Debschütz
Fotos: Sandra Techet, Fotostudio Rolf Brecht

 
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