Sabine Schiele - Foev-bvsg

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Sabine Schiele

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Kauffrau im Groß- und Einzelhandel:

Interview mit Sabine Schiele

Der andere Weg zum Erfolg

Es sah zunächst nicht gut aus: Als Oberstufenschülerin verließ unsere Interviewpartnerin Sabine Schiele im Jahr 2008 vorzeitig das Bertha-von-Suttner-Gymnasium – ohne Abitur in der Tasche. Heute, 3 Jahre später, kann sie einen Abschluss als Kauffrau im Groß- und Außenhandel mit Bestnoten und überdies die Hoffnung auf ein Stipendium für eine Weiterbildung vorweisen. Sie hat eine glänzende berufliche Zukunft vor sich. Diese Karriere zeigt deutlich: Es führen viele Wege zum Erfolg – wenn man mutig entscheidet und weiß, was man will.

föv: Frau Schiele, wie lange waren Sie am BvS?

Ich wechselte im Schuljahr 2000/2001 auf das Gymnasium. Mein letztes Jahr war dann 2007/2008, also dauerte meine persönliche Gymnasialzeit insgesamt 8 Jahre. Damals gab es jedoch noch kein G8.

föv: Das bedeutet, Sie haben das Gymnasium vorzeitig verlassen? Was war dafür der Grund?

Leider konnte ich mich damals überhaupt nicht mehr zum Lernen motivieren.


Eine bunte Abwechslung zum Berufs- und Lernalltag: Cheerleading ist das Hobby von Sabine Schiele.

föv: Sorry, aber das klingt ja jetzt erst einmal nach einem elterlichen Alptraum …

Natürlich waren meine Eltern nicht begeistert – ich war jedoch zu diesem Zeitpunkt annähernd volljährig, sodass ich „gute Argumente“ hatte, meinen Willen durchzusetzen. In gemeinsamen Gesprächen haben wir bereits während des Schuljahres versucht, Alternativen zu finden. Hier haben mich meine Eltern tatkräftig unterstützt, indem auch sie sich z. B. nach Möglichkeiten erkundigt haben, welche Wege für mich offenstehen.

föv: Und welchen dieser möglichen Wege haben Sie dann schließlich eingeschlagen, wie ging es weiter?

Ich war ja prinzipiell bereit, etwas zu tun, hatte jedoch das „Schulleben“ über. Um Informationen zu sammeln, war ich u. a. bei einem Berater der Arbeitsagentur, habe das Buch „Ausbildungsberufe“ durchstöbert und auch im Internet nach Ausbildungsmöglichkeiten geschaut. Hier hat mir die Seite www.berufenet.de der Bundesagentur für Arbeit sehr geholfen, eine Vorstellung von verschiedensten Berufen zu bekommen.
Als ich mir im Klaren darüber war, welche Ausbildungsrichtung ich einschlagen wollte, habe ich angefangen, Bewerbungen zu schreiben.

föv: War es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen?

Einfach war es auf jeden Fall nicht. Ich habe mich auf ca. 30 Stellen beworben, wobei als eine der wichtigsten Voraussetzungen in der Regel die Mittlere Reife galt. Diese konnte ich zum Glück durch die erfolgreich bestandene 10. Klasse vorweisen.
Ein paar Betriebe haben mich dann auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, sich aber leider für einen Mitbewerber entschieden. Das war zeitweise schon ziemlich enttäuschend.
Bei meinem späteren Ausbildungsbetrieb musste ich zunächst einen Einstellungstest bewältigen, bevor ich meinen Ausbilder in einem persönlichen Gespräch davon überzeugen durfte, dass ich die richtige Person für sein Unternehmen bin.

föv: Wie erging es Ihnen während der Ausbildung?

Ich habe mich gleich sehr wohlgefühlt. Es ist zwar schon etwas anstrengend und für einen Schüler eine Umstellung, täglich 8 Stunden zu arbeiten, aber ich konnte endlich etwas „tun“ und musste mir nicht nur theoretisches Wissen aneignen. Natürlich gab es auch Theorie zu büffeln, aber das beschränkte sich auf einen Tag in der Woche – in der Berufsschule. Und da war die Herangehensweise an den Lernstoff für mich wesentlich einfacher, da dieser ja einen Bezug zu meiner praktischen Arbeit hatte.

föv: Okay – die Ausbildung begann vor drei Jahren. Wo stehen Sie heute?

Ende des 2. Lehrjahres wurde ich aufgrund meiner guten Leistungen zur vorzeitigen Abschlussprüfung „Kauffrau im Groß- und Außenhandel“ im Winter 2010/2011 zugelassen. Diese bestand ich mit der Gesamtnote „sehr gut“.
Auch meine Berufsschul-Noten können sich sehen lassen – hierfür bekam ich den Regierungspreis Schwaben.

föv: Hierzu gratulieren wir Ihnen ganz herzlich! Wie sehen denn Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Die sehr guten Ergebnisse der Abschlussprüfungen haben mich dazu motiviert, doch noch etwas weiterzulernen. Ich bereite mich gerade auf eine so genannte berufsbegleitende Weiterbildung als Handelsfachwirt vor. Dieses Ziel kann ich in zwei Jahren durch Kurse, die von der IHK Augsburg angeboten werden, erreichen. Neben einem umfassenden wirtschaftlichen Wissensaufbau verspreche ich mir hiervon auch bessere Jobchancen, z. B. im Mittleren Management (Abteilungsleitung und dergleichen).
Und was mich ganz besonders freut: Durch meine sehr guten Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen habe ich die Möglichkeit, durch ein Stipendium die nicht ganz unerheblichen Kosten für den Kurs bezahlt zu bekommen.


Preisverleihung Regierungspreis Schwaben:
Sabine Schiele (Bildmitte) gehörte zu den besten Berufsschulabsolventen ihres Jahrgangs.


föv: Wie sehen Sie rückblickend Ihre damalige Entscheidung?

Für mich war der Schulabbruch auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich sehe heute auch, dass die Berufsausbildung ein gutes Fundament für das weitere Arbeitsleben darstellt. Auch ohne Abitur stehen viele Wege offen, die sich selbst gesetzten Ziele zu erreichen.

föv: Frau Schiele wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen noch viel Erfolg beim Erreichen Ihrer Ziele.

Interview geführt von:
Karin Theimer
Heidi Debschütz

Fotos:
privat

 
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