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Manuela Theimer

Aktivitäten

Suttner Journal Dezember 2009

Studium der Sonderpädagogik:

Interview mit Manuela Theimer

FöV: Frau Theimer, wann haben Sie bei uns Abitur gemacht?

MT: 2005 - für mich liegt das schon sehr weit zurück.

FöV: Haben Sie gleich nach dem Abitur Ihr Studium aufgenommen?

MT: Nein, ich musste mir erst einmal über meine Berufswünsche klar werden. Deshalb habe ich, um mich zu orientieren, zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und während dieser Zeit in einer Schule für gestig Behinderte mit Jugendlichen gearbeitet.

FöV: Was hat dieses FSJ bei Ihnen bewegt?

MT: Zum einen habe ich während dieser Zeit sehr viel gelernt. Entscheidend war aber, das mir dabei klar wurde, dass die Arbeit mit behinderten Menschen aus fachlicher und menschlicher Sicht für mich sehr erfüllend ist. Ich habe mich dann deshalb ganz bewusst für das Studium der Sonderpädagogik entschieden und mich dafür an verschiedenen Hochschulen beworben.

Manuela Theimer
studiert Sonderpädagogik
an der PH Heidelberg

FöV: Mit Erfolg?

MT: Nicht sofort. Ich hatte den Wunsch, an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Heidelberg zu studieren. Für eine direkte Bewerbung im dortigen Studiengang Sonderpädagogik reichte meine Abiturnote von 2,8 allerdings nicht aus. Deshalb habe ich mich zunächst für den Studiengang Grund- und Hauptschullehramt beworben - mit Erfolg.

Bedeutend waren hierbei u. a. gerade das FSJ sowie meine ehrenamtlichen Tätigkeiten als Übungsleiterin im Sportverein und bei der Ferienbetreuung in Elchingen. All das gab wertvolle Punkte im Auswahlprozess. Nach dem ersten Semester konnte ich dann nahtlos ins nächsthöhere Semester des Studiengangs Sonderpädagogik wechseln, so dass ich über einen Umweg, aber doch ohne Zeitverlust mein Ziel erreicht habe.

FöV: Wie sieht Ihr Studium im Einzelnen aus?


MT: Zu Beginn des Studiums wählt man zunächst zwei Fächer aus, in meinem Fall sind das Deutsch und Biologie. Diese Fächer studiert man die ersten vier Semester gemeinsam mit den Studenten aus dem Studiengang Grund- und Hauptschullehramt. Im fünften Semester beginnt schließlich nach einer Zwischenprüfung das Aufbaustudium mit den sonderpädagogischen Lerninhalten. Hier kann man wiederum zwischen verschiedenen Fachrichtungen wählen. Meine Schwerpunkte liegen auf der Geistigbehindertenpädagogik und der Pädagogik für Lernförderung.

FöV: Gibt es neben den theoretischen auch praktische Lerninhalte?

MT: Der Praxis wird an der PH Heidelberg eine hohe Bedeutung beigemessen. Für jedes Semester ist ein Praktikum an einer Schule vorgesehen, und zwar entweder studienbegleitend, d. h. während des Semesters, oder in der vorlesungsfreien Zeit als Blockpraktikum. Eine sehr spannende Zeit war für mich mein Auslandspraktikum in Ghana. Hier habe ich in der dritten Klasse einer Grundschule unterrichtet.

FöV: Sie sind jetzt im siebten Semester - wie geht es weiter?

MT: Nach dem achten Semester werde ich das 1. Staatsexamen in Angriff nehmen. Anschließend ist ein 18-monatiges Referendariat vorgesehen, auf welches dann das 2. Staatsexamen folgt. Wenn man all das bestanden hat, ist man Sonderpädagoge und darf an Förder- bzw. Sonderschulen (in meinem Fall für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung) unterrichten.

FöV: Würden Sie sich wieder für dieses Studienfach entscheiden?

MT: Ja. Gerade in den Praktika habe ich die Erfahrung gemacht, dass dieser Beruf für mich das Richtige ist.

Praktikum an einer
Grundschule in Ghana

FöV: Was können Sie rückblickend zu Ihrer Zeit am BvS sagen?

MT: Ich hatte ehrlich gesagt nicht immer Freude am Lernen, wurde aber am BvS für mein Studium gut vorbereitet. Sehr gerne erinnere ich mich an das positive Klima in meiner Jahrgangsstufe und die schöne Zeit mit meinen FreundInnen am BvS zurück.

FöV: Haben Sie noch irgendwelche Tipps für die zukünftigen Studenten an unserer Schule?

MT: Die Abiturnote hat nach wie vor auch in sozialen Berufen eine hohe Priorität. Trotzdem ist es aus meiner Sicht am wichtigsten, den eigenen Neigungen zu folgen und dabei beharrlich sein Ziel im Auge zu behalten. Außerschulische Aktivitäten können dabei sehr hilfreich sein. Ich würde fast sagen, Ehrenämter und dergleichen sind mittlerweile zu einer Art "Karrieretool" geworden.

FöV: Vielen Dank für dieses informative Gespräch.

Interview: Karin Theimer, Heidi Debschütz
Fotos: Manuela Theimer

 
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