Katrin Albsteiger - Foev-bvsg

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Katrin Albsteiger

Aktivitäten

Suttner Journal Dezember 2012

Durchgestartet in der Politik

Interview mit Katrin Albsteiger

Katrin Poleschner, so hieß sie damals noch, machte 2003 am Bertha-von-Suttner-Gymnasium Abitur. Die Karriere der Politologin und Volkswirtin ist beachtlich: 2008 zog die damals 25-Jährige in den Gemeinderat und in den Kreistag ein. Seit November 2011 ist sie die Landesvorsitzende der Jungen Union. Das Redaktionsteam vom förderverein hat die junge Politikerin nach ihrem Werdegang befragt …

föv: Frau Albsteiger, Sie haben vor neun Jahren hier am Bertha-von-Suttner- Gymnasium Ihr Abitur gemacht – hat sich Ihr Interesse an Politik und
gesellschaftlichen Fragen schon in Ihrer Schulzeit abgezeichnet, z.B. durch die Wahl Ihrer Leistungskurse?

KA: Für das Themenfeld Wirtschaft habe ich mich auch in der Schule schon immer interessiert – meine Leistungskurse waren damals im alten G9 die Fächer Wirtschaft / Recht
und Englisch. Der Auslöser für mein politisches Engagement war aber die Arbeit in der SMV.

föv: Durch das Amt der Schülersprecherin?

KA: Ja, ich war zunächst zweite, dann erste Schülersprecherin am bvs und habe z.B. den Arbeitskreis Bildungspolitik geleitet. Zusammen mit Herrn Schneikart, dem damaligen
Vertrauenslehrer, haben wir verschiedene Anträge beim Kultusministerium gestellt: zu Informatik als Pflichtfach, zur Lehrplangestaltung …

föv: … und dabei die Erfahrung gemacht, dass man einiges bewegen kann?

KA: Sagen wir es so, ich habe die Erfahrung gemacht, dass man im Kleinen vor Ort sehr schnell sehr viel bewegen kann, wenn man sich engagiert, z.B. wenn es um das Vermitteln bei Konflikten zwischen einzelnen Schülern und Lehrern ging oder bei der Diskussion um die Auflösung des Raucherecks.

föv: Sie haben sich für die Auflösung des Raucherecks eingesetzt?

KA: Ja, obwohl ich damals selbst geraucht habe. Ich war der Meinung, dass das gerade vor den jüngeren Schülern kein positives Beispiel abgibt. Und mittlerweile – bitte schreiben Sie das für Herrn Fella, mit einem herzlichen Gruß! – habe ich das Rauchen auch selbst aufgegeben.

föv: Das waren die Dinge im Kleinen vor Ort. Wie erging es Ihnen, wenn Sie im Großen etwas bewegen wollten?

KA: Wenn es um die großen Dinge geht, läuft man meistens erst einmal gegen eine Wand. Da braucht man dann Beharrlichkeit, Idealismus und einen langen Atem. Ich habe sehr viel Herzblut in meine SMV-Arbeit gesteckt.

föv: Sie haben dann an der Universität Augsburg Politik und als Nebenfach Volkswirtschaft studiert. Sind Sie, gerade rückblickend, der Meinung, dass Sie in Ihrer
Gymnasialzeit gut auf das Studium und überhaupt die Spielregeln, die nach der Schulzeit gelten, vorbereitet wurden?

KA: Ich war inhaltlich sehr gut fürs Studium gerüstet. Die Anforderungen im Studium und überhaupt im Leben nach der Schule gehen aber weit über die Lerninhalte hinaus:
Selbstorganisation, Durchhaltevermögen, wenn etwas mal nicht auf Anhieb läuft, Selbstdisziplin – all diese Fähigkeiten kann die Schule nur zum Teil vermitteln, sie werden auch durch die Erziehung und Atmosphäre im Elternhaus ausgebildet und sind auch durch die Persönlichkeit an sich bedingt. Hier kommt es auf das ideale Zusammenspiel an.

föv: Was genau könnte die Schule in diesem Zusammenspiel leisten?

KA: Ich denke, die Kinder sollten vor allem motiviert werden. Und man sollte ihnen das Gefühl geben, dass es immer eine zweite Chance gibt, auch wenn einmal etwas schiefgeht.

föv: Sie haben auch einen Teil Ihres Studiums im Ausland absolviert.

KA: Ja, ich war sechs Monate in Adelaide in Australien. Das war eine fantastische Zeit für mich und hat nicht nur mein Studium, sondern auch mein Leben ungemein bereichert. Ich glaube, es ist sehr wichtig für die persönliche Weiterentwicklung, wenn man sein gewohntes Arbeitsfeld einmal bewusst verlässt und anderswo Erfahrungen sammelt – sei es durch einen Auslandsaufenthalt oder auch z.B. durch ein Praxisjahr vor dem Studium.

föv: Frau Albsteiger, wir haben vor unserem Gespräch mal ein bisschen im Internet recherchiert. Wenn man bei Google Ihren Namen eintippt, findet man über 28 000 Einträge. Und was man dann z.B. im Wikipedia-Artikel zu Ihrer Person liest, ist schon sehr beeindruckend. Sie sind 2003 in die CSU eingetreten und 2008 in den Gemeinderat und den Kreistag eingezogen. Seit etwa einem Jahr sind Sie Landesvorsitzende der Jungen Union Bayern … Wie schafft man einen so schnellen Aufstieg?

Selbstbewusst: Katrin Albsteiger wurde durch ihre
Ablehnung der Frauenquote in der CSU in den Medien bekannt.

KA: Diese acht Jahre sind keine ganz so kurze Zeit. Dass ich heute Landesvorsitzende der Jungen Union bin, verdanke ich mehreren Faktoren – so ein Erfolg ist nicht planbar. Kompetenz und Engagement sind natürlich unabdingbar. Auch die teilweise schon erwähnten Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und Geduld sind wichtig. Aber es kommen auch noch Dinge dazu, die auf keiner Agenda stehen – z.B. das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ein weiterer – völlig unerwarteter – Faktor war, dass ich durch den medialen Widerhall, den meine Ablehnung einer Frauenquote erzeugte, plötzlich einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt hatte. Ich freue mich sehr über meinen Erfolg, aber auch hier gilt: Es ist ein Zusammenspiel von vielen Ereignissen und Faktoren.

föv: Die Bildungspolitik, so sagen Sie es auf Ihrer Website, ist schon seit geraumer Zeit ein wichtiges Anliegen und ein Schwerpunkt für Ihre politische Arbeit.

KA: Ich habe damals in der Jungen Union den Bereich Bildung und Forschung übernommen. Jetzt als Vorsitzende muss ich mich um alle Bereiche kümmern, also z.B. auch um die Finanz- und Sozialpolitik. Aber die Bildungspolitik ist natürlich nach wie vor eines meiner Schwerpunktthemen.

Rechenschaftsbericht der Landesvorsitzenden nach einem Jahr im Amt:
Katrin Albsteiger auf der JU-Landesversammlung in Bad Aibling.

föv: Sie waren selbst ein „bayerisches Schulkind“. Wie beurteilen Sie derzeit das hiesige Bildungssystem?

KA: Ich erinnere mich im Großen und Ganzen sehr gern an meine Schulzeit. Auch sehe ich das differenzierende Schulsystem hier in Bayern sehr positiv, da es die Talente und Neigungen der jeweiligen Schulkinder in hohem Umfang berücksichtigen und fördern kann.

föv: Wie beurteilen Sie die Einführung des G8?

KA: Ich selbst habe noch das G9 absolviert und kann deshalb nur darüber aus eigener Erfahrung sprechen. Als die Einführung des G8 geplant wurde, ich war damals Schülersprecherin, haben wir dagegen protestiert, und ich denke nach wie vor, dass die Etablierung des G8 in der damaligen Form keine Glanzleistung war. Es ist gut, dass man jetzt noch vieles zum Guten verändert hat. Einen Weg zurück zum G9 halte ich nicht für sinnvoll.

föv: Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

KA: Ich werde nächstes Jahr für den Landtag kandidieren, der Einzug dort ist mein momentanes Ziel.

föv: Und was kommt dann?

KA: Das wird man sehen. Erfolg ist – wie gesagt – nicht planbar.

föv: Frau Albsteiger, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.

Interview geführt von Heidi Debschütz und Karin Theimer
Fotos: Rita Modl / JU Bayern

 
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