Josef Kraus - Foev-bvsg

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Josef Kraus

Aktivitäten


Vortrag im Rahmen der vom Förderverein unterstützten
"Forumsgespräche am Bertha-von-Suttner-Gymnasium"
am 16. Juni 2010 in der Aula der Schule


"Nichts ist ungerechter als Gleichheit"
Vortrag von Lehrerverbands-Präsident Kraus am Suttner-Gymnasium
zur Bildungspolitik

Aus NUZ vom 21.Juni 2010
Von DAGMAR HUB
Pfuhl
Ob in der Presse, ob als TV-Talker:

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ist ein engagierter und wortgewandter Streiter, der seine Bedenken zur aktuellen Richtung der deutschen Bildungspolitik unzweideutig ausdrückt. Massive Befürchtungen, wie diese Bildungspolitik Bildung und Kultur im Land an die Wand zu fahren droht, und mögliche Wege der Richtungskorrektur erläuterte Kraus vor interessenten Eltern und Lehrer am Pfuhler Bertha-von-Suttner-Gymnasium.
Bedeutsamkeit, Differenziertheit und Realismus fordert Kraus von der Politik, die derzeit "jede Woche ein paar karierte Kaninchen aus dem bildungspolitischen Hut zaubert". Scharf prangerte er den Wahn an "jeder könne zu allem begabt werden". Leistung und Begabung, so Kraus, seien zu Negativ-Worten geworden, die jene Chancengleichheit bedrohen, die über Ganztages- und Gesamtschulen, Grippen und Kitas

erreicht werden soll. "Ich bin sehr in Sorge wegen der fortschreitenden Verstaatlichung der Erziehung", so der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, der die Akzeptanz der Verschiedenheit der Menschen im Schwinden sieht und eine "Schule jenseits von PISA" postuliert.
"Nichts ist ungerechter als Gleichheit", so Kraus. Sie schaffe ein "Was nicht alle haben, darf keiner haben; was nicht alle können, darf keiner können". Bildung aber entziehe sich jedem PISA-Test, da bei diesem Test kulturrelevantes kanonisches Wissen zu Politik, Religion, Musik, Kunst, zu Fremdsprachen und literarischem Verständnis nicht abgefragt werden können.
Letztlich messe PISA die Fähigkeit, den PISA-Test auszufüllen. So entstehe eine Gesellschaft von "ungefähr gleich Unwissenden". Unwissenheit aber führe dazu, manipulierbar zu werden, kein eigenes Urteil bilden zu können. Als Ausweg aus der Misere forderte Kraus eine wesentlich verbesserte Sprachförderung für sozial

Schwache und Migrantenkinder bereits im Kindergarten und in den Schulen Förderung durch Differenzierung. "Wir brauchen gebildetet Eliten", so Kraus, der in den Eliten den Treuhänderauftrag sieht, der Gesellschaft, den Menschen zu dienen.

 
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